Publikationen von Martin Rickenbacher
Ferdinand Rudolf Hassler und die Vermessung der Schweiz 1791 – 1803Ferdinand Rudolf Hassler (1770 – 1843) aus Aarau war ein herausragender Wissenschafter von internationaler Bedeutung. Der vorliegende Text konzentriert sich auf seinen Beitrag zur Vermessung der Schweiz vor seiner Auswanderung im Jahre 1805. Aufbauend auf den Privatunterricht des in Bern wirkenden Professors Johann Georg Tralles (1763 – 1822) unternahm Hassler ab 1791 zahlreiche Vermessungen, die er in seinen beiden Feldbüchern festhielt. Er engagierte sich in mehreren Bereichen beim Aufbau der Helvetischen Republik; als politisch denkender Vermesser war ihm klar, dass die Landesvermessung wie auch die Standardisierung von Mass und Gewicht zu den Kernaufgaben eines modernen Staates gehören. Nach dem Zusammenbruch der «Einen und unteilbaren Helvetischen Republik» suchte er sich in den Vereinigten Staaten von Amerika ein neues Wirkungsfeld, wo er die in der Schweiz gesammelten Erfahrungen beim Aufbau der Küstenvermessung und des Messwesens nutzbringend anwenden konnte. In: Cartographica Helvetica 36 (2007), S. 11–25. L'extension de la Carte de France vers la «Suisse» entre 1760 et 1815Au début du 18ème siècle, l'image cartographique de la Suisse, représentée par la carte de Scheuchzer de 1712, était encore très déformée. Entre 1760 et 1765, cinq feuilles de la Carte de France touchant la Suisse furent publiées. Il s'agit des premières cartes sur le territoire suisse, pour lesquelles une géométrie correcte sur de grandes distances est garantie. Entre 1779 et 1781, la frontière franco-suisse fut levée sous la direction du général Le Michaud d'Arçon. Le gouvernement de la République helvétique (qui exista entre 1798 et 1803) projetait d'établir un levé complet de la Suisse. Ce projet fut partiellement réalisé par le Bureau topographique français en Helvétie entre 1803 et 1814, après la chute de la République helvétique. On peut en conclure que c'est par l'ouest qu'une géométrie correcte s'approcha de la Suisse.
Dans: Le Monde des Cartes, Revue du Comité Français de Cartographie, Gebirgswelten des 21. Jahrhunderts. Digitale Landschaftsmodellierung beim Bundesamt für LandestopografieAuch im 21. Jahrhundert besteht ein grosses Bedürfnis nach der Wiedergabe von Geländeinformationen. Der gesellschaftliche Wandel hin zum «digitalen Zeitalter» hat sich bereits umfassend auf die Produktpalette und Arbeitsmethoden der Landesvermessungsämter ausgewirkt und diese Institutionen gezwungen, ihre bisherige Funktion als staatliche Kartenproduktionsstätten zu hinterfragen. Am Beispiel des Bundesamtes für Landestopografie werden die groben Züge dieser Entwicklung in der Schweiz umrissen. Zur Zeit wird die Erfassung der «kartenbasierten Landschaftsmodelle» abgeschlossen und das «Topografische Landschaftsmodell» konzipiert, das einen wichtigen Bestandteil der zukünftigen nationalen Geodateninfrastruktur bilden wird. Es wird aufgezeigt, dass der Übergang ins digitale Zeitalter im Bereich der topografischen Modellierung keinen Bruch mit der Tradition darstellt, sondern eine kontinuierliche Entwicklung. In: Bürgi A. (Hrsg.): Europa Miniature. Die kulturelle Bedeutung des Reliefs, 16.–21. Jahrhundert. Zürich, 2007. S. 207–222. Die Basismessungen im Grossen Moos zwischen Walperswil und SugiezAm Samstag, 20. Mai 2006, wurde in Walperswil (Kanton Bern) ein Vermessungsdenkmal von nationaler Bedeutung eingeweiht. Es handelt sich um das Nordende der Basis im Grossen Moos, welches von einer Arbeitsgruppe des Berner Heimatschutzes mit dem Lysser Arzt Heinz Hirt als Initiator unter Denkmalschutz gestellt wurde.Diese Strecke war zuletzt 1834 als eine der Grundlagen für die Dufourkarte gemessen worden. Sie bestimmte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die geometrische Grösse der Schweiz. Dieser Beitrag ist eine Überarbeitung der Festansprache von Martin Rickenbacher über die historische Entwicklung der Basis. In: Cartographica Helvetica 34 (2006), S. 3 -15 Nachtrag in: Cartographica Helvetica 35 (2007), S. 53 Topographische Untersuchungen zu den "Basler" Panoramen des jungen Samuel Birmann (1793-1847)Das Werk des Basler Künstlers Samuel Birmann (1793-1847) umfasst auch rund zwei Dutzend Panoramen. Die ersten sechs entstanden zwischen 1811 und 1813; sie stellen die Landschaft um Basel aus verschiedenen Blickrichtungen dar. Der vorliegende Beitrag analysiert den topografischen Gehalt dieser Serie und weist mit numerischen Methoden nach, welchen Flächenanteil seines Heimatkantons der heranwachsende Künstler mit diesen kartenverwandten Darstellungen erfasst hat. Ein Ausschnitt aus dem ersten Rundpanorama von 1813 dokumentiert den Beginn der geodätisch-wissenschaftlichen Vermessung.
Unser Mann in YokohamaIst Ihnen der kleine, fremdartig klingende Hinweis auf www.swisstopo.ch unter den digitalen Höhenmodellen DHM25 und RIMINI auch schon aufgefallen? Dort wird nämlich angezeigt, dass diese beiden Datensätze mit Kashmir 3D visualisiert werden können. Hinter diesem geheimnisvollen Begriff verbirgt sich in unserem Falle nicht die Krisenzone im indisch-pakistanischen Grenzgebiet, sondern eine Software, präziser gesagt: eine Freeware, also ein Gratisprogramm. Mit ihm ist eine Geschichte verbunden, die im Folgenden erzählt wird. Sie soll anhand eines konkreten Falles zeigen, wie das Internet weltumspannende Arbeitstechniken erlaubt und Personen zusammen führt, die sich sonst nie begegnen würden. Und auch, dass aus solchen «virtuellen Begegnungen» viel Schönes entstehen kann!
Festungskarten - Karten für die schweizerische LandesverteidigungNachdem in der letzten Zeit drei Beiträge zu verschiedenen Aspekten der deutschen Kriegskarten der Schweiz aus dem Zweiten Weltkrieg erschienen sind, konzentriert sich der vorliegende Beitrag auf die damaligen kartographischen Aktivitäten der Eidgenossenschaft. Die bis vor kurzem geheimen Spezialkarten der Festungswerke werden erstmals als direkter kartographischer Ausdruck der schweizerischen Verteidigungshaltung gewürdigt. Ihre Entwicklung setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein und erreichte im Zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt.Bei dieser kartographischen Spezialität wurden wesentliche technische Neuerungen wie z.B. die terrestrische Photogrammetrie erprobt und nutzbringend eingesetzt. Dank dieser Anstrengungen verfügte die schweizerische Armee für die Verteidigung im Alpenraum und mehrerer an der Landesgrenze gelegener Artilleriewerke über bestes Kartenmaterial. Dieses konnte zugleich als Grundlage für die Entwicklung militärthematischer Karten für die Artillerie wie z.B. Schiess- und Wirkungskarten verwendet werden.
Dufour Map - Spitzenkartografie in der vierten Dimension!Eine Zeitreise mit General Guillaume-Henri DufourAm 8. Oktober 2003, dem Vorabend zur Eröffnung der OLMA, wurde der Öffentlichkeit im sehr schön ausgestalteten Stand des Bundesamtes für Landestopografie das neueste Produkt des Hauses vorgestellt: die Dufour Map, das erste Multimedia-Produkt aus eigener Schmiede. Die swisstopo als Gastinstitution an dieser bekannten Ostschweizer Ausstellung schätzte sich sehr glücklich, an diesem würdigen Anlass den Medienvertretern einen hochkarätigen Referenten präsentieren zu können: General Guillaume-Henri Dufour (1787–1875) höchstpersönlich gab sich die Ehre und schilderte den Anwesenden seinen Bezug zu diesem modernen Produkt. Um der Leserschaft der Geomatik Schweiz einen Eindruck von diesem denkwürdigen Auftritt vermitteln zu können, wird seine Rede hier vollständig wiedergegeben.
Sie hatten die besseren Karten!Die Nachführung der geheimen «Deutschen Heereskarte Schweiz 1:25 000» im Zweiten WeltkriegDie deutsche Wehrmacht hat im Zweiten Weltkrieg in Form der «Sonderausgabe» und der «Deutschen Heereskarte» (DHK) die Schweiz auf Basis der «Siegfriedkarte» flächendeckend im Massstab 1:25 000 kartografisch dargestellt. Der vorliegende Bericht konzentriert sich auf die Tatsache, dass die DHK während des Krieges in grenznahen Zonen von beachtlicher Grösse nachgeführt wurde. Dabei wird anhand eines Beispiels aus dem Raum Liestal gezeigt, wie mit Hilfe der Akten der Amtlichen Vermessung diese deutschen Nachführungsaktivitäten datiert bzw. in ihrer Qualität beurteilt werden können.
In: Geomatik Schweiz 101, 11 (2003) S. 622629. Quellenkritik mit Landkarten: Vom «Canaris-Archiv» zur «Deutschen Heereskarte Schweiz»Anfang Mai 2000 präsentierten das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) und die Sonntags-Zeitung exklusiv Landkarten, Photos und Dokumente aus dem so genannten «Canaris-Archiv». In der Berichterstattung wurde suggeriert, dass diese Akten aus dem Zweiten Weltkrieg stammen und belegen würden, dass die Schweiz eine leichte Kriegsbeute für die Deutschen gewesen wäre, wenn Admiral Wilhelm Canaris, der Chef der deutschen Abwehr, seine detaillierten militärischen Aufklärungsergebnisse gegenüber Hitler nicht verschwiegen hätte. Der vorliegende Bericht zeigt einerseits auf, wie mit den Methoden der kartenhistorischen Quellenkritik nachgewiesen werden kann, dass die zeitliche Einordnung einzelner Dokumente in der behaupteten Form nicht zutrifft, und wie andererseits im Rahmen weiterführender Untersuchungen die Deutsche Heereskarte Schweiz 1:25'000 als seinerzeit geheimes Kartenwerk aufgefunden wurde.
In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 52, 1 (2002) S.127. Die ältesten Höhenmessungen in der Basler LandschaftDaniel Bernoullis Expedition auf die Wannenflue im Mai 1755Im Jahre 1755 erschien in Daniel Bruckners Versuch einer Beschreibung historischer und natürlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel eine Abhandlung von der Höhe der in vorstehendem Stücke beschriebenen Orte, welche der in den höhern Wissenschaften so sehr berühmte und in der gelehrten Welt bekannte Herr Doctor und Professor Daniel Bernoulli uns gütig mitteilen wollen. Bernoulli war zusammen mit «Ingrossist» Daniel Bruckner (Protokollführer in der Staatskanzlei) und Ingenieur Johann Jakob Fechter als Experte bei einem Grenzstreit zwischen den Kantonen Basel und Solothurn tätig und musste unter schwierigen Bedingungen den umstrittenen Abschnitt planimetrisch vermessen. Bei dieser Gelegenheit nahm er nebenbei auch die älteste barometrische Höhenmessung in der Basler Landschaft vor, welche in diesem Beitrag umfassend analysiert wird.
Zahlenberge. Das Panorama im digitalen Zeitalter.Das Medium «Panorama» hat eine beeindruckende Geschichte- und eine vielversprechende Zukunft. In den letzten Jahren sind bedeutende Anstrengungen zur digitalen Erfassung der Landschaft unternommen worden. Mit derartigen topografischen Datensätzen lassen sich unter anderem individuelle Ansichten von beliebigen Standorten aus berechnen. Der Panoramagedanke dürfte somit wieder neuen Auftrieb erhalten. In: Grieder S. (Red.): Augenreisen. Das Panorama in der Schweiz. Bern, 2001. S. 150-173 Weltrekord! Das DIGIRAMA der Schweizer AlpenEs kommt nicht alle Tage vor, dass ein Bundesamt an einem Weltrekord beteiligt ist. Wer in der Ausgabe 2001 des Guinness Book of Records den Eintrag «Die Stutz Foto Color Technik AG aus Bremgarten (CH) präsentierte ein 390 m langes und 5 m hohes Panoramabild mit einem Querschnitt durch die Schweiz» liest, kommt wohl kaum auf die Idee, dass neben der erwähnten Firma auch andere Partner, darunter das Bundesamt für Landestopographie (L+T), massgeblich zu diesem Rekord beigetragen haben. Aus diesem Grund soll hier die Entstehung dieses längsten Panoramabildes der Welt umfassend dokumentiert werden, wobei ein Schwergewicht auf die topografischen Fragestellungen gelegt wird.In: VPK-MPG 99, 8 (2001) S. 544549.
Das digitale Baselbiet. Datensätze des Bundesamtes für LandestopographieDas Informatik-Zeitalter verlangt auch von den TopografInnen und KartografInnen der Landestopographie (L+T) in Wabern neue Formen der Geländedarstellung. Die Produktepalette dieses Bundesamtes wird deshalb zur Zeit zusätzlich zu den bekannten Landeskarten mit neuartigen Datensätzen bedeutend erweitert.In: Baselbieter Heimatbuch 22 (1999) S. 4559.
Die digitale Modellierung des Hochgebirges im DHM25 des Bundesamtes für LandestopographieAm Bundesamt für Landestopographie wurde zwischen 1984 und 1996 das landesweite Digitale Höhenmodell DHM25 aus der Landeskarte 1:25'000 (LK25) abgeleitet. Zunächst wurde der Höheninformationsgehalt der LK25 in das sogenannte DHM25-Basismodell (Höhenkurven, Höhenkoten, Seekonturen) umgesetzt und anschliessend daraus das DHM25-Matrixmodell durch Interpolation abgeleitet. In den Felsgebieten des Hochgebirges bedurfte dieses Vorgehen zusätzlicher Anstrengungen: Die «Schweizer Manier» der Darstellung der LK25 eine Kombination von Felsgravur, Höhenkurven mit 100 m Äquidistanz und Höhenkoten erwies sich als zu schwach, um den Höhenverlauf der Hauptbruchkanten angemessen wiedergeben zu können. Aus diesem Grunde wurden photogrammetrische 3D-Zusatzmessungen nötig, welche im Rahmen der Erhebung der Nachführungselemente für die LK25 erfolgen. Diese zusätzlichen Elemente werden nach der Erfassung und Bereinigung in das Basismodell integriert, sodass sie bei der Interpolation des Matrixmodelles verwendet werden können.In: Hochgebirgskartographie Silvretta '98. Wien, 1998. (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 11). S. 4955.
Das neue Panorama vom BantigerAm 10. Oktober 1997 wurde auf dem Bantiger nordöstlich von Bern der neue Sendeturm der Swisscom eingeweiht. Auf dessen Aussichtsplattform sind vier Tafeln montiert, welche dem Wanderer die Rundsicht anhand eines auf rechnerischer Basis erstellten Panoramas erläutern. Dieses Werk fand in der Berner Presse ein beachtliches Echo, und dessen Entstehung soll mit dem folgenden Beitrag nun auch dem Fachpublikum näher vorgestellt werden.
In: VPK-MPG 96, 3 (1998) S. 114118. Vom Wachsen und Schrumpfen der Berge – Die Geschichte der Höhenkote des MönchsIm Oktober 1996 machte der Mönch weltweit Schlagzeilen. Auf der Titelseite der Berner Tageszeitung "Der Bund" war ein Artikel mit dem Titel "Das ist der Gipfel: Der Mönch wächst" erschienen. Auf dem damals neu veröffentlichten nachgeführten Kartenblatt 1249 "Finsteraarhorn" der Landeskarte 1:25'000 war der Mönch nämlich plötzlich 4107 Meter hoch, währenddem in den früheren Kartenausgaben nur 4099 Meter angegeben worden waren. Im vorliegenden Beitrag wird die Geschichte der Höhenkote des Mönchs genau unter die Lupe genommen. Michelis Alpenpanorama von Aarburg - Frucht eines Versuches zur Vermessung der Schweiz im Jahre 1754Der Genfer Physiker und Geodät Jacques-Barthélemy Micheli du Crest (1690-1766) musste das letzte Viertel seines Lebens als Staatsgefangener des alten Standes Bern auf der Festung Aarburg verbringen. Von dort aus hat er im Sommer 1754 die Alpenansicht gezeichnet, weil er Klarheit in die Benennung und die Höhenangaben der Berggipfel bringen wollte. Im Januar 1755 liess er seinen "Prospect Géometrique des Montagnes neigées, dittes Gletscher, telles qu'on les découvre en tems favorable, depuis le Chateau d'Arbourg, dans les territoires des Grisons, du Canton d'Ury, et de l'Oberland du Canton Berne" in Augsburg in Kupfer stechen und publizieren. Dieses Werk, das als das erste wissenschaftliche Alpenpanorama gilt, wird hier erstmals umfassend geometrisch analysiert und mit der heutigen Landesvermessung verglichen. Das digitale Höhenmodell DHM25 und seine möglichen Anwendungen in der amtlichen VermessungDie Erhebung und Verbreitung topographischer Informationen für zivile und militärische Benützer bilden eine der Hauptaufgaben des Bundesamtes für Landestopographie (L+T). Bis anhin wurde diese Aufgabe mittels graphischer Modelle in Form des Landeskartenwerkes erfüllt. Seit Mitte der achtziger Jahre laufen aber erste Arbeiten mit dem Ziel, topographische Informationen auch in digitaler Form zur Verfügung zu stellen. Kernstück dieser Bemühungen bildet das digitale Höhenmodell DHM25, das im folgenden kurz vorgestellt wird.
In: VPK-MPG 90, 12 (1992) S. 735737. Es wird empfohlen, aus der gedruckten Fassung zu zitieren.Die DHM25-Factory oder wie DIKART aus Landeskarten Spaghettidaten produziertVon der Geburt des digitalen Höhenmodells DHM25.
In: Topo [71] (1992) S. 1114. |